Feuerwehrgerätehaus Materborn feierlich eingeweiht
- von Maurice Coenjaerts
- 16. Mai 2026
Mit einem Tag der offenen Tür und zahlreichen Besuchern hat der Löschzug Materborn am Samstag, den 9. Mai die offizielle Einweihung seines neuen Feuerwehrgerätehauses an der Kapellenstraße gefeiert. Rund 200 Besucher nutzten bei bestem Wetter die Gelegenheit, den Neubau zu besichtigen und gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden die Rückkehr an den vertrauten Standort zu feiern.
Den offiziellen Höhepunkt bildete um 15 Uhr die symbolische Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Markus Dahmen. Nach Grußworten von ihm sowie von Feuerwehrleiter Ralf Benkel und Löschzugführer Ernst Vehreschild wurde das Gebäude anschließend feierlich gesegnet. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch den Spielmannszug Reichswalde.
Viele Besucher aus dem Ortsteil sowie Vertreter nahezu aller Löscheinheiten der Freiwilligen Feuerwehr Kleve und Mitglieder verschiedener Ehrenabteilungen waren vor Ort. Während draußen gegrillt wurde und zahlreiche Gespräche stattfanden, konnten sich Interessierte das komplette Gebäude anschauen. Die Fahrzeughalle, die ausgestellten Einsatzfahrzeuge samt Beladung sowie Schulungsräume und weitere Bereiche des Gebäudes standen zur Besichtigung offen.
Fast zwei Jahre bis zur Rückkehr
Dem Neubau ging eine längere Übergangsphase voraus. Im Januar 2024 begann zunächst der Bau einer Interimslösung, die der Löschzug im April 2024 bezog. Im Mai desselben Jahres wurde das bisherige Gerätehaus abgerissen. Von August 2024 bis Dezember 2025 entstand anschließend der Neubau. Das Gebäude umfasst rund 600 Quadratmeter Fläche, verfügt über vier Fahrzeugstellplätze und kostete rund 2,5 Millionen Euro.
Neben einer modernen Bauweise wurde auch auf Nachhaltigkeit gesetzt. Das Gebäude verfügt über ein begrüntes Flachdach, eine Photovoltaikanlage sowie eine Wärmepumpe, die über eine Fußbodenheizung genutzt wird.
Wertschätzung für das Ehrenamt
Bürgermeister Markus Dahmen ordnete den Neubau in die langfristige Entwicklung des Brandschutzes in Kleve ein. Grundlage dafür sei der Brandschutzbedarfsplan, durch den Standorte nach und nach dort angepasst oder erneuert würden, wo konkreter Bedarf bestehe. Für ihn sei das Projekt zugleich ein wichtiges Zeichen der Anerkennung gegenüber den ehrenamtlichen Einsatzkräften: „Die Wertschätzung des Ehrenamtes spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Unsere Kameraden sollen nicht nur moderne Fahrzeuge und Schutzkleidung erhalten, sondern auch optimale Bedingungen in den Gerätehäusern vorfinden. Mit dem Neubau in Materborn schaffen wir einen Standort für viele Jahrzehnte.“
Für Feuerwehrleiter Ralf Benkel verbessert sich durch den Neubau die Situation des Löschzugs in vielen Bereichen deutlich. Neben modernen Ausbildungsmöglichkeiten mit digitalen und interaktiven Elementen sorgen auch größere Räumlichkeiten und zeitgemäße Standards für bessere Bedingungen im Alltag. Besonders deutlich werde dies in der Fahrzeughalle. In der alten Wache seien die Platzverhältnisse teilweise so begrenzt gewesen, dass Arbeiten an Fahrzeugen erst nach dem Herausfahren möglich gewesen seien. „Mit dem neuen Gerätehaus verbessern sich die Bedingungen für den Löschzug Materborn an vielen Stellen deutlich. Von modernen Ausbildungsmöglichkeiten über zeitgemäße Sanitärbereiche bis hin zur Fahrzeughalle entspricht der Standort nun dem aktuellen Stand der Technik und den heutigen Anforderungen“, so Benkel.
Für die Mannschaft ein „Coming Home“
Für Löschzugführer Ernst Vehreschild war der Tag nicht nur eine offizielle Einweihung, sondern auch ein besonderer persönlicher Moment. Viele Jahre habe man auf diesen Schritt hingearbeitet. „Für die Mannschaft ist es tatsächlich ein Coming Home. Wir haben uns an diesem Standort immer wohlgefühlt. Das Auslagern war in Ordnung, aber jetzt sind wir wieder an dem Ort, an dem wir sein wollen und an den wir hingehören“, sagte Vehreschild.
Im neuen Gerätehaus verbessern sich unter anderem die Umkleide- und Sanitärbereiche deutlich. Erstmals stehen geschlechtergetrennte Bereiche zur Verfügung, hinzu kommen ein deutlich größerer Schulungsraum sowie moderne Rahmenbedingungen für den Dienstbetrieb.
Gleichzeitig sollte auch ein Stück Geschichte erhalten bleiben. So wurden unter anderem Steine mit der Jahreszahl des alten Gebäudes sowie eine historische Bleiverglasung in den Neubau übernommen.
Für den Löschzug endet die Bedeutung des Gerätehauses nicht an der Fahrzeughalle. Die Feuerwehr ist seit vielen Jahren eng mit dem Ortsteil verbunden und fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Materborn. Umso größer ist nun die Freude darüber, dass mit der Rückkehr an den Standort auch Veranstaltungen wieder unmittelbar vor Ort stattfinden können. Besonders das beliebte Brunnenfest wird am 28. August dieses Jahres wieder stattfinden und damit an die langjährige Tradition anknüpfen.
Feuerwehr Kleve