Zugübung des Löschzugs Nordwest in leerstehendem Restaurant
- von Maurice Coenjaerts
- 19. September 2025
Am Abend des 18. Septembers führte der Löschzug Nordwest seine diesjährige Zugübung durch. Angenommen wurde eine starke Rauchentwicklung nach einer Verpuffung mit mehreren vermissten Personen. Als Übungsobjekt diente das ehemalige Restaurant „Zum Johanna-Sebus-Denkmal“ in Wardhausen, das seit Ende 2022 leersteht.
Als die Löschgruppen Wardhausen-Brienen, Düffelward und Keeken an der Einsatzstelle eintrafen, hatten sich bereits einige Erwachsene ins Freie gerettet. Sie berichteten den Einsatzkräften, dass sich noch insgesamt zehn Personen im Gebäude befanden – darunter acht Kinder. Neben klassischen Übungspuppen wirkten zusätzlich sechs Mädchen und Jungen aus Wardhausen und Brienen als Statisten mit.
Die Sicherstellung der Wasserversorgung erfolgte in diesem Szenario über eine Entnahmestelle am Spoykanal, da die Hydranten außer Betrieb waren.
Ablauf und Erkenntnisse
Die Einsatzkräfte teilten sich in drei Abschnitte auf: Die Menschenrettung unter Atemschutz im verwinkelten Innenraum, die Wasserversorgung und den Löschangriff einschließlich der Bekämpfung von Bränden nahe zwei Gastanks im Außenbereich sowie die Betreuung der Verletzten. Insgesamt waren 26 Kräfte beteiligt. Vor der Abfahrt hatten sich die Mannschaften bewusst durchmischt, sodass die Vorteile der einheitlich aufgebauten MLFs der Klever Feuerwehr voll zum Tragen kamen. Dadurch fanden sich die Einsatzkräfte auch auf fremden Fahrzeugen schnell zurecht.
Zu Beginn der Übung brauchte es etwas Zeit, bis sich die Abläufe einspielten. Im weiteren Verlauf funktionierte die Zusammenarbeit jedoch reibungslos: Alle Personen konnten rechtzeitig gerettet, Gefahren erkannt und beseitigt werden. Als besondere Herausforderungen wurden vor allem der intensive Funkverkehr auf engem Raum sowie die Koordination der Atemschutztrupps im mehrstöckigen, verwinkelten Objekt genannt.
Nach rund 90 Minuten war die Übung beendet. Im Anschluss kamen die Beteiligten im Depot der Löschgruppe Wardhausen-Brienen zusammen, um ihre Erfahrungen auszuwerten und die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam zu besprechen.
Michael Groenewald, stellvertretender Einheitsführer Wardhausen-Brienen, zog ein positives Fazit:
„Wir haben bewusst ein sehr offenes Übungsszenario mit vielen Baustellen inszeniert. Am Ende sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Solche gemeinsamen Zugübungen stärken das Miteinander der Einheiten und sind immer wertvoll, da wir auch im Einsatz oft zusammenarbeiten.“
Feuerwehr Kleve