Hilfe für Einsatzkräfte - das PSU-Team für die Feuerwehr Kleve

Wenn Einsätze nachwirken

Feuerwehrdienst endet nicht immer dann, wenn Fahrzeuge und Mannschaft wieder an der Wache ankommen. Viele Einsätze lassen sich sachlich abarbeiten, andere bleiben im Kopf. Schwere Verkehrsunfälle, Brände mit tödlichem Ausgang oder Lagen, in denen Kinder betroffen sind, können auch erfahrene Einsatzkräfte noch lange beschäftigen. Was nach außen oft routiniert wirkt, kann innerlich nachwirken, manchmal sofort, manchmal erst Tage oder Wochen später.

Der Umgang mit solchen Belastungen hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Während psychische Folgen früher im Feuerwehr-Alltag oft kaum thematisiert wurden, gehört die Frage nach Verarbeitung und Unterstützung heute deutlich stärker zum professionellen Selbstverständnis. Damit ist auch das Bewusstsein gewachsen, dass Feuerwehr nicht nur aus Technik, Taktik und Ausbildung besteht, sondern immer auch aus Menschen, die Einsätze erleben und einordnen müssen.

Genau an dieser Stelle setzt das PSU-Team Unterer Niederrhein an. Die psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte soll auffangen und begleiten, wenn belastende Eindrücke über den Einsatz hinaus nachwirken. Dass dieses Thema in der Feuerwehr Kleve und auch auf Kreis-Ebene so klar verankert ist, steht für einen veränderten und verantwortungsvollen Blick auf den Menschen im Einsatzdienst.

„Früher wurde nach belastenden Einsätzen vieles runtergeschluckt und mit sich selbst ausgemacht. Heute wissen wir, dass das niemandem gut tut. Es ist wichtig, Erlebtes zu verarbeiten und zu besprechen, und wenn es wirklich schwierig wird, auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.“
– Ralf Benkel, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Kleve

Wie das PSU-Team in Kleve entstanden ist

Im Jahr 2019 wurde das PSU-Team in Kleve gegründet. Vorausgegangen waren zwei Einsätze, die innerhalb der Feuerwehr klar machten, dass eine solche Unterstützung vor Ort fehlte. Gerade diese Erfahrung führte dazu, das Thema nicht länger nur punktuell mitzudenken, sondern in eine feste Struktur zu überführen.

Von Beginn an war das Ziel dabei nicht, ein ergänzendes Angebot am Rand zu schaffen, sondern eine verlässliche Anlaufstelle für Einsatzkräfte aufzubauen. Wer nach belastenden Einsätzen Orientierung oder ein Gespräch braucht, soll dafür Menschen ansprechen können, die das Einsatzgeschehen aus eigener Erfahrung kennen und die Sprache der Feuerwehr sprechen. Deswegen hat ein Großteil der Mitglieder des PSU-Teams auch langjährige Einsatzerfahrung.

„Zuvor kam die Unterstützung aus dem Kreis Wesel und uns war schnell klar: So etwas müssen wir auch bei uns aufbauen. Das PSU-Team war von Anfang an praxisnah gedacht. Es geht darum unmittelbar auf Erfahrungen zu reagieren, die im Feuerwehr-Alltag tatsächlich vorkommen.“
– Jürgen Buil, Gründer und Leiter des PSU-Teams Unterer Niederrhein

Für Einsatzkräfte

Die psychosoziale Unterstützung richtet sich an Feuerwehr-Angehörige und andere Einsatzkräfte, die belastende Situationen in ihrer Rolle aktiv durchlaufen haben. Genau daraus ergibt sich das besondere Profil des heutigen PSU-Teams Unterer Niederrhein.

Damit unterscheidet sich die Arbeit deutlich von der klassischen Notfall-Seelsorge. Diese begleitet in der Regel Betroffene, Angehörige oder Zeugen eines Ereignisses. Das PSU-Team dagegen ist auf die Perspektive der Einsatzkräfte ausgerichtet. Es geht um Menschen, die funktionieren mussten, Entscheidungen getroffen haben, Bilder verarbeitet haben und oft erst mit zeitlichem Abstand merken, dass ein Einsatz mehr hinterlassen hat als zunächst sichtbar war.

Gerade diese Spezialisierung ist im Feuerwehr-Alltag wichtig. Einsatzkräfte erleben belastende Lagen unter anderen Voraussetzungen als Außenstehende. Sie stehen unter Handlungs-Druck, müssen Abläufe beherrschen, Verantwortung tragen und zugleich mit Eindrücken umgehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass im akuten Moment starr nach Zuständigkeiten getrennt wird. Wenn an einer Einsatzstelle Menschen unmittelbar Hilfe brauchen, wird niemand abgewiesen.

Nicht jeder belastende Einsatz sieht gleich aus

Welche Einsätze Menschen langfristig beschäftigen, lässt sich nicht allein an Stichworten oder Lagebildern festmachen. Was den einen vergleichsweise sachlich beschäftigt, kann den anderen noch lange innerlich begleiten. Entscheidend ist immer auch die persönliche Situation. Eigene Lebenserfahrungen, aktuelle Belastungen, familiäre Umstände, der Gesundheitszustand oder auch der genaue Ablauf eines Einsatzes spielen dabei eine Rolle. Hinzu kommen Faktoren wie Dauer, Unvorhersehbarkeit und Intensität einer Lage. Auch der Zeitpunkt, an dem etwas geschieht, kann entscheidend sein.

Gerade deshalb arbeitet das PSU-Team Unterer Niederrhein nicht mit pauschalen Zuschreibungen. Nicht jeder belastende Einsatz ist nach außen sofort erkennbar und nicht jede betroffene Person reagiert unmittelbar. Manchmal sind es gerade die stilleren Veränderungen, die im Nachhinein an Bedeutung gewinnen. Psychische Belastung kann auch dort entstehen, wo ein Einsatz persönliche Erfahrungen, Ängste oder Erinnerungen berührt.

„Es zeugt weder von Schwäche noch von Unmännlichkeit oder fehlendem Vermögen, wenn ein Einsatz einen nachhaltig beschäftigt. Dazu muss der Einsatz auch nicht zwingend außergewöhnlich gewesen sein.“
– Laura Erlenhof, Psychologin und Mitglied des PSU-Teams Unterer Niederrhein

Wie Unterstützung im Einsatz konkret beginnt

Wenn das PSU-Team Unterer Niederrhein angefordert wird, geschieht das in der Regel über klare Abläufe. Meist entscheidet die Einsatz-Leitung vor Ort, dass psychosoziale Unterstützung sinnvoll ist. Die Alarmierung läuft dann über die Leitstelle, die erste Informationen zum Einsatz, zum Ort und zur betroffenen Einheit weitergibt. Auf dieser Grundlage wird abgefragt, wer aus dem Team verfügbar ist. Anschließend wird ein Treffpunkt vereinbart, Material aufgenommen und gemeinsam zur Einsatzstelle oder zu der Wache gefahren, an der später eine Nachbesprechung stattfindet. Grundsätzlich gilt dabei, dass ein Mitglied des PSU-Teams nicht die eigene Feuerwehr betreut. Eine Ausnahme ist nur dann vorgesehen, wenn die betroffene Person dies ausdrücklich wünscht.

Schon in dieser frühen Phase zeigt sich ein wichtiger Grundsatz der Arbeit. Das PSU-Team drängt sich nicht in den Vordergrund und übernimmt keine Aufgaben, die bei den jeweiligen Führungskräften liegen. Vielmehr geht es darum, präsent zu sein, die Lage aufmerksam wahrzunehmen und die Gruppe im Blick zu behalten. Das gilt sowohl direkt an der Einsatzstelle als auch später bei einer Nachbesprechung. Während gesprochen wird, achten die Teammitglieder bewusst auf Reaktionen, Rückzug, Unruhe oder andere Veränderungen im Verhalten.

Wenn sich dabei Hinweise auf besonderen Gesprächsbedarf ergeben, wird das weitere Vorgehen abgestimmt. Häufig geschieht das zunächst über die zuständigen Führungskräfte der betroffenen Einheit. Danach kann ein erstes Gespräch folgen, eine Nachbesprechung für die Gruppe oder, wenn nötig, eine spätere weiterführende Begleitung. Das PSU-Team arbeitet dabei in der Regel mindestens zu zweit und passt sein Vorgehen an die jeweilige Lage an.

Was nach belastenden Einsätzen noch normal ist

Belastende Eindrücke verschwinden nicht immer in dem Moment, in dem ein Einsatz abgeschlossen ist. Gerade in den ersten Stunden und Tagen reagieren viele Menschen noch unter dem Eindruck von Anspannung, Adrenalin und innerer Unruhe. Das bedeutet nicht automatisch, dass bereits eine schwerwiegende psychische Folge entstanden ist. Vielmehr gehören bestimmte Reaktionen zunächst zu einem normalen Schutzmechanismus von Körper und Psyche.

Dazu können wiederkehrende Bilder, Schlafprobleme, Nervosität, Rückzug, Gereiztheit oder das Gefühl gehören, innerlich noch nicht wirklich aus der Lage herausgekommen zu sein. Auch das Bedürfnis, Gespräche zu vermeiden oder sich zunächst lieber auf sich selbst zurückzuziehen, ist nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist zunächst weniger das einzelne Symptom als die Frage, wie es sich in den Tagen danach entwickelt. Viele Reaktionen klingen mit etwas Abstand wieder ab, werden seltener oder verlieren an Intensität.

Genau deshalb ist eine nüchterne Einordnung so wichtig. Solche Nachwirkungen sollten ernst genommen, aber nicht vorschnell dramatisiert werden. Wer nach einem belastenden Einsatz schlechter schläft, gereizter reagiert oder gedanklich immer wieder zu bestimmten Bildern zurückkehrt, erlebt damit zunächst nichts Ungewöhnliches. Kritisch wird es eher dann, wenn keine erkennbare Erholung eintritt, wenn Beschwerden über längere Zeit unverändert stark bleiben oder sich sogar verstärken.

Für das PSU-Team Unterer Niederrhein ist diese Phase nach dem Einsatz deshalb besonders sensibel. Es geht darum, Einsatzkräften zu erklären, was in den ersten Tagen normal sein kann, worauf sie achten sollten und ab welchem Punkt ein erneuter Kontakt sinnvoll ist. Wer die eigenen Reaktionen besser versteht, kann sie meist auch besser einordnen. Genau das hilft vielen bereits, die erste Unsicherheit nach belastenden Lagen nicht mit zusätzlicher Sorge zu verbinden. Diese Begleitung ist bewusst niedrigschwellig angelegt und soll vor allem dazu beitragen, Belastungen frühzeitig einzuordnen und Entwicklungen aufmerksam zu beobachten.

Bleibt eine Belastung bestehen oder zeigt sich erst mit zeitlichem Abstand, dass ein Einsatz nicht verarbeitet ist, kann daraus eine intensivere Begleitung entstehen. Dann sind vertrauliche Einzel-Gespräche möglich, in denen Erlebtes eingeordnet, Reaktionen besprochen und offene Eindrücke aufgearbeitet werden. Das PSU-Team bleibt dabei bewusst in seiner eigenen Rolle. Es begleitet, stabilisiert und erkennt, wann Unterstützung innerhalb des Teams ausreicht und wann weitere Hilfe notwendig wird.

Wenn sich abzeichnet, dass Beschwerden anhalten oder sich verfestigen, endet die Unterstützung deshalb nicht an der Grenze des eigenen Angebots. Dann wird an psychologische Fachstellen oder speziell ausgebildete Traumatherapeuten weitervermittelt und sehr schnell ein Termin vermittelt. Auch für die Anerkennung eines psychisch belastenden Einsatzes als Arbeitsunfall ist es wichtig, dass Belastungen früh angesprochen und von Anfang an sauber dokumentiert werden. Prävention, Nachsorge und Weitervermittlung greifen deshalb eng ineinander.

Vertrauen entsteht nicht von selbst

Damit psychosoziale Unterstützung im Feuerwehr-Alltag tatsächlich funktioniert, reicht es nicht, ein Team vorzuhalten. Entscheidend ist, ob Einsatzkräfte in belastenden Situationen überhaupt bereit sind, sich zu öffnen. Genau daran hängt ein wesentlicher Teil der Arbeit des PSU-Teams Unterer Niederrhein. Wer nach einem Einsatz Unterstützung annimmt, spricht nicht nur über einen äußeren Ablauf, sondern oft auch über Unsicherheit, Überforderung, Schuldgefühle oder Bilder, die sich nicht einfach abschütteln lassen. Das setzt Vertrauen voraus.

Gerade in einem Umfeld, das stark von Handlungssicherheit, Verlässlichkeit und Kameradschaft geprägt ist, fällt es vielen nicht leicht, über eigene Belastungen zu sprechen. Hinzu kommt die Sorge, im eigenen Umfeld falsch eingeordnet zu werden oder als weniger belastbar zu gelten. Damit Gespräche in solchen Situationen überhaupt möglich werden, braucht es Vertraulichkeit, einen geschützten Rahmen und die Gewissheit, dass Offenheit nicht gegen jemanden verwendet wird.

Ein wichtiger Baustein ist dabei, dass Betroffene in der Regel nicht von jemandem aus der eigenen Feuerwehr begleitet werden (bewusst wiederholte Information). Diese Distanz kann Hemmungen abbauen, weil persönliche Rollen, Hierarchien und eingespielte Beziehungen im Hintergrund bleiben. Für viele ist genau das entscheidend. Sie sprechen leichter, wenn ihr Gegenüber die Realität des Feuerwehrdienstes kennt, aber nicht unmittelbar Teil des eigenen Alltags in der Einheit ist.

Offen über Belastung zu sprechen, ist deshalb kein Zeichen fehlender Stärke, sondern Ausdruck eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem, was Einsätze auslösen können. Damit diese Haltung im Alltag ankommt, braucht es nicht nur Strukturen, sondern auch eine Kultur, in der Unterstützung selbstverständlich angenommen werden darf.

„Oft steckt Scham dahinter, über eine erlebte Situation zu sprechen, weil man ja Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau ist. Viele haben Sorge davor, dass geredet wird, wenn man einen Einsatz oder eine Situation nicht gut bewältigen kann. Daher ist es für uns so wichtig zu vermitteln, dass es keine Schande ist, darüber zu sprechen und Hilfe anzunehmen.“
– Marco Bach, Mitglied des PSU-Teams Unterer Niederrhein

Haltung, Nähe und menschliche Begleitung

So wichtig klare Abläufe im Hintergrund sind, so sehr lebt die Arbeit des PSU-Teams im entscheidenden Moment von Haltung. Wer mit belasteten Einsatzkräften spricht, braucht nicht nur Fachwissen und Einsatzerfahrung, sondern auch die Fähigkeit, Situationen auszuhalten, aufmerksam zuzuhören und Menschen ernst zu nehmen, ohne sie vorschnell festzulegen. Gerade nach fordernden Einsätzen geht es oft nicht zuerst um Lösungen, sondern darum, dass Betroffene überhaupt die Möglichkeit haben, das Erlebte in Worte zu fassen oder zunächst einfach da sein zu dürfen.

Dabei widersprechen sich fachliche Distanz und menschliche Nähe nicht. Im Gegenteil: Gute PSU-Arbeit verlangt beides. Einerseits braucht es Empathie, Authentizität und eine ehrliche Zugewandtheit, damit sich das Gegenüber aufgefangen fühlt. Andererseits ist es wichtig, den eigenen Auftrag und die eigenen Grenzen zu kennen, um Gespräche nicht zu überfrachten oder in eine Richtung zu drängen, die dem Moment nicht entspricht.

Im Zentrum steht deshalb nicht die schnelle Deutung eines Einsatzes, sondern die Art, wie ein Gespräch geführt wird. Es geht darum, präsent zu sein, Unsicherheit auszuhalten und Menschen das Gefühl zu geben, mit ihren Reaktionen nicht allein und nicht fehl am Platz zu sein. Gerade diese Form der Begleitung macht psychosoziale Unterstützung im Feuerwehrkontext so besonders. Sie verbindet die Erfahrungswelt des Einsatzdienstes mit einer Haltung, die Stabilität vermittelt, ohne sich in den Vordergrund zu stellen.

Dass diese Arbeit auch für die Unterstützenden selbst Grenzen und Selbstfürsorge verlangt, gehört ebenfalls dazu. Wer andere in schwierigen Situationen begleitet, muss die eigene Belastbarkeit kennen, über Erlebtes sprechen können und Wege finden, Eindrücke nicht dauerhaft mit in den Alltag zu nehmen. Auch darin liegt ein wichtiger Teil professioneller PSU-Arbeit.

„Was hilfreich ist, ist sicherlich situationsabhängig und personenabhängig. Aber grundsätzlich sind ein ruhiges, von den äußeren Faktoren eines Einsatzes abgeschottetes Umfeld und vor allem Zeit wichtig. Wenn ich in so einem Moment selbst mit innerer Struktur und Ruhe da bin, kann mein Gegenüber daran Halt finden.“
– Matthias Lattek, Pastoralreferent im Bistum Münster und Mitglied des PSU-Teams Unterer Niederrhein

Vom Standort Kleve zur Kreisstruktur

Aufgebaut wurde die psychosoziale Unterstützung zunächst aus Kleve heraus. Dort entstand über mehrere Jahre eine Struktur, die aus konkreten Erfahrungen im Einsatzalltag gewachsen ist und zunächst eng mit der Feuerwehr Kleve verbunden war. Aus diesem Ursprung heraus entwickelte sich schrittweise das heutige PSU-Team Unterer Niederrhein, das seit 2026 offiziell auf Kreisebene verankert ist. Damit ist die psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte institutionell breiter aufgestellt.

Für das PSU-Team Unterer Niederrhein bedeutet diese Einbindung auch eine sichtbare Aufwertung. Die Aufgabe steht damit in einem anderen organisatorischen Rahmen und erhält ein klareres Standing innerhalb der übergeordneten Struktur. Gerade für ein Themenfeld, das lange eher im Hintergrund wahrgenommen wurde, ist diese Verankerung von Bedeutung.

„Ich finde es sehr gut, dass das PSU-Team jetzt auf Kreisebene angesiedelt ist, denn damit ist es deutlich gestärkt. Das gibt dem Team Rückenwind. So können sie noch besser helfen – unabhängig davon, aus welcher Kommune die Einsatzkräfte kommen.“
– Daniel Scholz, stellv. Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Kleve

Eine feste Säule im Ehrenamt

Gerade im freiwilligen Feuerwehrdienst zeigt sich, wie wichtig verlässliche psychosoziale Unterstützung ist. Nach belastenden Einsätzen kehren die Einsatzkräfte nicht in einen geschützten Berufsalltag zurück, sondern oft unmittelbar in Familie, Beruf und private Verpflichtungen. Umso bedeutsamer ist ein Angebot, das Belastungen nicht nur im Einsatzkontext wahrnimmt, sondern auch darüber hinaus ansprechbar bleibt und Begleitung ermöglicht.

Das PSU-Team Unterer Niederrhein übernimmt dabei eine Aufgabe, die in der Feuerwehr lange weniger sichtbar war, heute aber als wichtiger Teil verantwortungsvoller Fürsorge verstanden wird. Dass diese Unterstützung heute fest etabliert und organisatorisch gestärkt ist, zeigt auch, wie sehr sich das Verständnis von Kameradschaft und Verantwortung weiterentwickelt hat. Für die Feuerwehr Kleve ist das Team deshalb mehr als ein zusätzliches Angebot im Hintergrund.

„Das PSU-Team hat einen sehr hohen Stellenwert bei uns. Es ist eine feste Säule für alle, die nach schwierigen Einsätzen jemanden zum Reden oder zum Austausch brauchen. Es steht für einen Umgang mit Belastung, der Unterstützung ermöglicht, ohne Schwäche zu unterstellen, und der deutlich macht, dass psychische Gesundheit auch im Ehrenamt einen festen Platz haben muss.“
– Heinrich Graven, stellv. Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Kleve

Feature-Ausblick

Im nächsten Feature der Reihe geht es um ein Thema, das für die Freiwillige Feuerwehr Kleve im Alltag entscheidend ist: die Vereinbarkeit von Feuerwehrdienst und Beruf. Denn ehrenamtliche Einsatzbereitschaft endet nicht an der Grenze zum Arbeitsplatz. Der Bericht zeigt, welche gesetzlichen Grundlagen gelten, wie Freistellungen, Versicherungsschutz und Absprachen organisiert sind und warum Arbeitgeber einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Feuerwehr auch tagsüber verlässlich einsatzbereit bleibt.

Autor: Maurice Coenjaerts